Die Labordiagnostik hat sich sowohl in der Naturheilkunde wie auch in der Schulmedizin als wichtiger Baustein einer ganzheitlichen Diagnose etabliert. Die vielfältigen Möglichkeiten, die technische Weiterentwicklung und der heutige wissenschaftliche Kenntnisstand helfen ganz wesentlich bei der Erkennung, Einordnung und Behandlung von Krankheiten. Eine wichtige Aufgabe des Behandlers besteht in einer gründlichen Analyse der Labordaten und der Kenntnis über die Vielschichtigkeit und den Möglichkeiten der Labormedizin. Die Prä- und Postanalytik ist in der Labormedizin ein wichtiger Bestandteil der sorgfältigen Befundinterpretation und hilft sehr oft die gewonnenen Erkenntnisse richtig einzuordnen. Zur Präanalytik gehört u.a. die Fragestellung, Auswahl der Parameter, Patientenidentifikation, Patientenvorbereitung, Zeitpunkt der Probenentnahme, die Probengewinnung, Probenlagerung, Probentransport, Probenvorbereitung. Zur Postanalytik gehört die Befunderstellung (nach Durchführung der Analytik), Laborergebnisübermittlung, Ergebnismitteilung, Interpretation der Laborbefunde, die Überprüfung der Datensätze und eventueller Zuordnungsfehler von Befunden. Die Laboruntersuchungen sind mit der Anamnese und anderen diagnostischen Verfahren auch ein sehr hilfreicher Faktor bei der Verdachts- oder Differentialdiagnostik. Die Grundlage einer vernünftigen Labordiagnostik ist auch das Vermeiden von Fehlermöglichkeiten wie z.B. Fehler bei Lagerung und Transport, nichtberücksichtigung der Tagesrhythmik bei bestimmten Laborparametern, z.B. haben einige Hormone und andere Laborparameter ihr Maximum morgens (Adrenalin, Adrenocortikotropin (ACTH), Aldosteron, Androstendion, Bikarbonat, Bilirubin, Calcium (im Serum), Calcium (im Urin), Cortisol, Creatinin-Clearance, Eiweiß, Hämatokrit, Hämoglobin, Kalium (im Urin), Leukozyten (im Blut), Natrium (im Urin), Noradrenalin, Phosphat (im Urin), Prolaktin, Renin, Testosteron, Thyroxin), andere haben ihr Maximum mittags so z.B. Adrenalin (im Urin) Eisen, Eosinophile (im Blut), Kalium (im Blut), Noradrenalin (im Urin), Vanillinmandelsäure (im Urin) u.v.m. Eine sorgfältige Auswahl der zu untersuchenden Laborwerte und die richtige Einordnung dieser Werte ist eine der wesentlichen Aufgaben für Heilpraktiker und Ärzte.